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GYMNASIUM AM KOTHENmit einem bilingualen deutsch-englischen Zweig ab Klasse 5
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Gymnasium Am Kothen, Schluchtstraße 34, 42285 Wuppertal, 0202 / 563-6533 Montag, 10.12.2018

Die Geschichte unseres Gymnasiums

Die Barmer Mädchenbildung im Wandel der Zeit

Unsere Schule, seit 1965 am Rande des Kothener Waldes angesiedelt, blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis in das erste Viertel des 19. Jahrhunderts reicht und die Geschichte der Barmer Mädchenbildung spiegelt.

In der Zeit der Frühindustrialisierung, 1823, eröffnete in Barmen an der Karlstraße (der heutigen Höhne) die höhere Stadtschule als evangelische Anstalt, in deren ersten beiden Jahrgängen Jungen und „Töchter“ gemeinsam unterrichtet wurden. Als 1829 drei Mädchenklassen in einem Anbau Platz fanden und 1868 die Mädchen in ein neues Gebäude am Karlsplatz umzogen (an der südlichen Seite des heutigen Geschwister-Scholl-Platzes), war die Koedukation von Jungen und Mädchen vorläufig beendet.

Die Mädchenschule wurde 1926 zum Oberlyzeum Mittelbarmen ausgebaut und 1935 mit dem 1831 gegründeten Lyzeum Unterbarmen an der Bleicherstraße vereinigt. Nach den schweren Kriegsjahren - während der Bombardierung im Mai 1943 erfolgte die völlige Zerstörung des Schulgebäudes Bleicherstraße, die Schülerinnen wurden nach Erfurt evakuiert - konnte der Unterricht in der Städtischen Oberschule für Mädchen am 1.10.1945 unter der kommissarischen Leitung von Frau Studienrätin, später Oberstudiendirektorin Dr. Magdalene Bröking fortgesetzt werden. Ihren Standort fand die Schule an der Sternstraße in dem Schulgebäude des vormaligen Oberbarmer Lyzeums mit Frauenschule (1886 aus Filialklassen der Mädchenschule am Karlsplatz entstanden).

Der Umzug des Mädchengymnasiums von der Sternstraße auf das heutige Schulgelände am Kothen

1961 beschloss der Bauausschuss der Stadt Wuppertal den Neubau des Mädchengymnasiums Barmen, das für jetzt 900 Schülerinnen viel zu klein war. 1965 fand endlich der ersehnte Umzug auf das neue Schulgelände statt, dessen „ideale Lage“ im Grünen am Rande des Kothener Waldes und doch in Innenstadtnähe von vielen gerühmt wurde. Die Standortverlagerung des Gymnasiums von der Sternstraße zum Kothen wurde unter der Leitung der Oberstudiendirektorin Irmela Roos durchgeführt, die die Schulleitung in der Nachfolge von Frau Oberstudiendirektorin Grete Schneider im Jahr 1962 übernommen hatte.

Die Weiterentwicklung unserer Schule zum modernen Gymnasium für Mädchen und Jungen

In ihrer Entwicklung seit 1965 öffnete sich die Schule nach wie vor den vielschichtigen Anforderungen an eine zeitgemäße, zukunftsweisende gymnasiale Bildung und Erziehung:
1969 wurde unter der Leitung von Irmela Roos der musische Zweig ab Klasse 9 eingeführt und die Tradition der Schule als Gymnasium mit künstlerisch-musischem Schwerpunkt gefestigt, wie auch heute noch u. a. an den Leistungskursen in Kunst und Musik zu erkennen ist. 1970 begann endgültig die Koedukation ab Klasse 5, die den gemeinsamen Unterricht von Mädchen und Jungen aller Jahrgangsstufen mit sich brachte.

1995 wurde unter der Leitung des Oberstudiendirektors Dr. Hans - Joachim Oehm als zusätzlicher Schwerpunkt der bilinguale deutsch-englische Zweig ab Klasse 5 eingeführt. Dieser Zweig der Schule baut auf der neusprachlichen Tradition des Gymnasiums auf und ermöglichte im Jahr 2004 das erste bilinguale Abitur unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Rüdiger Lippka. 2003 wurde in einer bilingualen Klasse der damaligen Jahrgangsstufe 5 erstmals gemeinsamer Unterricht zieldifferent für behinderte und nicht behinderte Kinder eingerichtet, in dem erfolgreich Integrationsarbeit geleistet wird.

In der WZ vom 28.6.2005 heißt es zu der Entwicklung unseres Gymnasiums: „Auch wenn der getrennte Unterricht von Jungen und Mädchen in NRW 1970 eingestellt wurde - der Tradition ist das Gymnasium Am Kothen in gewisser Weise bis heute treu geblieben. ‚Zwei Drittel der insgesamt 960 Schüler sind Mädchen‘, sagt Direktor Rüdiger Lippka. Was aber eher an der neusprachlichen und musikalisch-künstlerischen Ausrichtung liegen dürfte als an der Vergangenheit als reine Mädchenschule. Leistungskurse in Kunst und Musik, zwei Orchester, [...], Italienisch ab der Stufe elf und eine bilinguale Klasse pro Jahrgang sind nicht alltäglich.“

Die Entwicklung ab 2005

2005 wurde das Angebot in dem traditionellen Schwerpunktfach Musik mit Einrichtung der ersten Streicherklasse in den Jahrgangsstufen 5 und 6 noch einmal erweitert; 2011 wurde dieses erfolgreiche Klassenmusizier-Projekt unseres Gymnasiums durch eine Blechbläserklasse zusätzlich ergänzt.

2007 begann unsere Schule eine Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW und dem Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie; 2008 kam u. a. die Kooperation mit den Kalkwerken Oetelshofen in Wuppertal-Hahnenfurth hinzu, was die noch stärkere Verknüpfung der gymnasialen Bildung mit berufsvorbereitenden Maßnahmen an unserer Schule erkennen lässt. Ab 2009 wurde diese Ausrichtung der Schule unter der Leitung des Oberstudiendirektors Hans-Werner Jahn durch die Bildung weiterer Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen intensiviert (u. a. Böhme & Weihs, Erfurt, Schmersal).

Vor dem Hintergrund der landesweiten Umstellung der gymnasialen Schullaufbahn von G9 nach G8 wurde 2008 der 65-Minuten-Rhythmus eingeführt. Die Fertigstellung der Mensa und die längere Mittagspause folgten ab 2011 als weiterer Baustein einer grundsätzlichen Umstrukturierung des gymnasialen Alltags, der nun auch den Nachmittag intensiver als früher umfasst.

Zu den weiteren Neuerungen gehört zweifellos auch der zukunftsweisende Ausbau der digitalen Medien, u. a. mit Internetzugang in allen Räumen, elektronischen Whiteboards, zwei W-Lan-Zonen und seit 2010 dem ersten elektronischen Vertretungsboard, dem inzwischen weitere gefolgt sind.

Seit 2013 findet das Bestreben unserer Schule, sich mit ihren vielseitigen traditionellen und neuen Schwerpunkten noch internationaler auszurichten, in einem deutlich akzentuierten Europa-Bezug der schulischen Arbeit und Projekte ihren Ausdruck. Austauschprogramme mit Großbritannien, Frankreich, Italien (hier u. a. im Bereich von Schulorchesterprojekten), Polen und China verweisen auf die internationale Ausrichtung unseres Gymnasiums, das seit März 2016 als "Europaschule in Nordrhein - Westfalen" zertifiziert ist.

Die Weiterentwicklung ab 2015

Die 2015 erfolgte Einführung einer Sporttalent-Fördergruppe in der Jahrgangsstufe 5 zeigt, dass unsere Schule sich in ihrem Angebot noch vielfältiger aufstellen will, ohne die traditionellen Schwerpunkte im sprachlichen und künstlerisch-musischen Bereich zu vernachlässigen. Diesem Bestreben tragen auch zahlreiche Ansätze zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereiches Rechnung, die mit Fertigstellung der neuen NW- und Informatik-Räume nach dem bevorstehenden zeitgemäßen Umbau unserer Schule noch bessere Voraussetzungen finden werden.

Gabriele Kremers


Benutzte Quellen:

  • Carsten Icks, Die Überzahl der Mädchen hat seit jeher Tradition. Das Gymnasium Am Kothen feiert 40 Jahre nach dem Umzug der Mädchenschule Jubiläum. In: WZ vom 28.6.2005
  • Gabriele Kremers, Chronik zum Schulfest am 1. Juli 2005
  • Horst Lange, Chronik des Gymnasiums Am Kothen 1965 - 1985. Archivmaterial der Schule
  • ders., 175 Jahre „Kothen“. Die mühselige Bildungsemanzipation höherer Töchter. In: Kothener Forum. Mitteilungen des Städtischen Gymnasiums Am Kothen, Nr. 12, November 1998, S. 4 ff.
  • Gisela Schmoeckel, Das Städtische Gymnasium Am Kothen und die Geschichte der Barmer Mädchenbildung. Bergische Blätter, Sonderausgabe o. J.